(zum Anfang der Weihnachtsgeschichte)

Eindrücke vom Besuch der Christmette am 24.12.2024
in St. Josef (Ort: St. Ingbert)

Josef InnenJosefJosef außen

 Ich habe heute mit Edith die Christmette in der Kirche St. Josef im Ort
 St. Ingbert besucht. Wir nahmen in der ersten Reihe Platz, um die Predigt besser zu hören. Leider fand man noch immer keine optimale Akustik.
Es fehlen die möglichen, aber wahrscheinlich zu teueren technischen Einrichtungen. Fast alle Plätze waren belegt. Der große Chor der Gemeinde war auf der Empore an der großen Orgel aufgestellt. Der Organist übte noch einige Stellen mit dem Chor ein.

Der prächtige Kirchenraum war weihnachtlich geschmückt mit einem etwa
10 m hohen, schön gewachsenen Tannenbaum, der im Lichterglanz erstrah-lte. Die Krippe mit großen Holzfiguren war aufgestellt. Am Hochaltar und den beiden Nebenaltären, sowie am Rednerpult standen große rote Kerzen, deren Lichter leicht flackerten. Das alles gab ein friedliches, anheimelndes, feierliches Bild ab. Der große Kirchenraum war nur gedämpft erleuchtet.

Was mich bei jeder katholischen Messe berührt ist die Stelle kurz nach der Wandlung, zu dem man dem Nachbarn, auch wenn man ihn nicht kennt, die Hand reicht und alles Gute wünscht. Das verstärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Der Weihrauchkessel wird oft und überreichlich geschwenkt. Ein intensiver, für mich angenehmer Geruch steigt in die Nase, umnebelt fast die Sinne. Auch die Gläubigen werden beweihräuchert.

Dass unser Pfarrer gehbehindert ist, nimmt ihm nichts von seiner priester-lichen Würde. Er strahlt so eher Menschliches aus. Er hält eine anspruchs-volle Predigt. Ein freundliches, verstehendes Lächeln strahlt die Andächti-gen an. Er spricht mit wohlklingender, beruhigender Stimme, die hin und wieder plötzlich, ermahnend, auch laut wird und so die Wirkung seiner Worte nicht verfehlt. Er erklärt, mahnt und ermuntert.

Besonders fiel mir auf, dass nicht nur alte Leute da waren, sondern auch viele jüngere Menschen und Jugendliche. Fast zu Tränen rührte mich, als ein jugendlicher Bursche vor der Annahme der Hostie durch den Priester still und wie selbstverständlich auf die Knie niederfiel, sich bekreuzigte, die Hostie empfing und still auf seinen Platz zurück ging.

Am Schluss der Messe wurde der Kirchenraum abgedunkelt. Jetzt war er nur von Kerzen erleuchtet. Die Orgel intonierte das Heilige-Nacht-Stille Nacht-Lied. Die Gemeinde sang mit verhaltener Stimme andächtig mit.
Bei einigen flossen Tränen der Rührung. Ich blieb davon nicht ganz ausgeschlossen. Ließ das aber gerne mit mir geschehen.

Gerade in unserer immer mehr verrohenden Zeit mit Kriegen in der Ukraine, im Nahen Osten und anderen Regionen, rühren solche friedliche Momente an. Sie verstärken den fast verloren gegangenen Glauben an das Menschliche, Friedliche, Wohlwollende im Menschen.

Am Kirchenausgang verabschiedete uns der Pfarrer mit Handschlag. Wir kommen wieder.

Auf dem Nachhauseweg klingt alles noch lange nach und lässt mich nachdenklich bleiben. Der Zauber dieser heiligen Nacht sollte mich weiterhin begleiten.

  Sigi , 24.12.2024