[zur Startseite)      12.07.2026

5-12
Der alte Mann

Der alte Mann am Fenster steht.
Sein linsentrüber Blick
verliert sich in den Bäumen,
die den Hof vor seinem Haus umsäumen.

Der herbstlich kühle Wind
wirbelt zu einem Kreiselspiel
die bunten Blätter und fegt den Hof.

Niemand sitzt auf der Bank vor den Linden.
Keiner geht an den Ufern
des mit windgeschlagenen Wellen
fließenden Flusses spazieren.

Da ist kein Mensch zu sehen,
nur herbstliche Natur zu spüren.
Die Luft ist rauh und doch so mild.
Er atmet tief. Spürt Leben.
Doch Einsamkeit umschleicht
sein Herz und sein Gemüt.

Da sieht er einen Jungen
zur Bank fröhlich hüpfen.
Und von der anderen Seite
ein Mädchen langsam kommen.
Sie nehmen Platz, lachen
und reden lustig miteinander.

Plötzlich verdeckt eine Nebelwand
das junge Paar

Der alte Mann wacht auf
aus seinem Traum.
Er sah sich selbst,
wie er vor vielen Jahren
sein Mädchen
dort im Nebel verlor.